*Teufelskreis des Hungerns und Essens*

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Manchmal fühlt es sich so leicht an. So einfach, so selbstverständlich leicht und einfach. So wie es sein sollte. Und wenn du zurückdenkst, wie es vorher war, erhellt ein Lächeln deine Miene. Du kannst nur lächeln darüber, dass du es nicht längst anders gemacht hast. Dass du es nicht längst gemerkt hast, dass du es anders machen musst. Dass du so dumm warst. Gerade du. Wo du doch alles weißt. Alles über Essen und Hungern, Abnehmen und Zunehmen, Dicksein und Dünnsein. Und jetzt übers Dummsein. Jetzt weißt du auch noch, wie dumm du warst. Von jetzt an wirst du Essen. Essen und dabei Abnehmen oder dein Gewicht halten, Essen und Dünnsein oder schlank bleiben, Essen und davon Schlausein oder klüger werden. Denn du wirst lernen, zu essen. Lernen, dass nicht das Essen dein Leben gefährdet, sondern das Hungern. Lernen, dass nicht das Essen dein Gewicht erhöht, sondern das Hungern. Lernen, dass nicht das Essen deine Fressanfälle hervorruft, sondern das Hungern. Zuerst ist es leicht. So einfach, so selbstverständlich leicht und einfach. Du näherst dich ihm vorsichtig an, dem Essen. Immer ein bisschen. Mit Respekt und Hemmung. Diese Zurückhaltung ist es, die es dir leicht macht. Dich nicht zunehmen lässt. So einfach, so selbstverständlich leicht und einfach. Essen. Immer ein bisschen und ein bisschen mehr. Von einem Bisschen nimmst du nicht zu. Du wusstest es nicht mehr. Wusstest nicht, wie viel man essen darf. Wusstest nur, wie viel man nicht essen darf. Wirst unvorsichtiger, wirst leichtsinniger, weil du leicht geblieben bist. Wirst schwerer, weil du leichtsinniger geworden bist. Unvorsichtiger und das Bisschen wird immer ein bisschen mehr. Bis ein Bisschen zuviel des Bisschens ist. Und dein Körper sich einfach nimmt, was er braucht, was ihm zusteht. Ganz einfach, ganz selbstverständlich. Und alles für sich behält. Einspart, für die nächste Fastenzeit. Einspart und zunimmt. Vielleicht unbemerkt, vielleicht plötzlich. Und lässt dich statt Gewicht das Vertrauen verlieren. In dich und in das Essen. In dich, weil du es nicht geschafft hast und in das Essen, weil es dich immer wieder schafft. Und dann fühlt es sich so schwer an. So schwer, so unnatürlich schwer. Und wenn du zurückdenkst, wie es vorher war, erhellt ein Lächeln deine Miene. Du kannst nur lächeln darüber, dass du es nicht längst wieder wie immer gemacht hast. Dass du es nicht längst gemerkt hast, dass du es nicht anders machen kannst. Dass nur das der richtige Weg ist. Dass nur das Hungern dich zu dem macht, was du sein willst. Dass nur das Hungern dir die Sicherheit geben kann, die dir das Essen nicht geben kann: Die Sicherheit, nicht zu zunehmen. Aber es ist eine trügerische Sicherheit, mit der du dich zufrieden gibst und es gibt einen engen Verwandten des Hungers, der dich warnt: Der Heißhunger. Mit Fressanfall und Essattacke zerstört er dein Vertrauen, vom Hungern nicht zu zunehmen. Mit Fressanfall und Essattacke wirst du schwerer als vom Essen. Fressanfall und Essattacke liegen schwer, auf deiner Seele und deiner Waage. Essen liegt leicht, auf deiner Seele und deiner Waage. Essen ist leicht, auch wenn es sich manchmal nur so leicht anfühlt. So einfach, so selbstverständlich leicht und einfach. So wie es sein sollte. Und wenn du zurückdenkst, wie es vorher war, erhellt ein Lächeln deine Miene. Du kannst nur lächeln darüber, dass du es nicht längst anders gemacht hast. Dass du es nicht längst gemerkt hast, dass du es anders machen musst. Dass du so dumm warst. Zu dumm, um das Essen zu lernen.

Manchmal fühlt es sich für mich leicht an. So einfach, so selbstverständlich leicht und einfach. So wie es sein sollte. Und wenn ich zurückdenke, wie es vorher war, erhellt ein Lächeln meine Miene. Ich kann nur lächeln darüber, dass ich es nicht längst anders gemacht habe. Dass ich es nicht längst gemerkt habe, dass ich es anders machen muss. Dass ich so dumm war. Gerade ich. Wo ich doch alles weiß. Alles über Essen und Hungern, Abnehmen und Zunehmen, Dicksein und Dünnsein. Und jetzt übers Dummsein. Jetzt weiß ich auch noch, wie dumm ich war. Von jetzt an werde ich nicht mehr hungern. Ich esse wieder und ich nehme wieder ab. Ich esse wieder, weil ich keine Fressanfälle erleiden will und nehme wieder ab, weil ich keine Fressanfälle erleide. Essen und Abnehmen – es ist leicht für mich geworden. So einfach, so selbstverständlich leicht und einfach. So wie es sein sollte. Sollte es nicht auch für dich so sein? Dann fang an, zu essen, fang an, es zu lernen.

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15.5.09 11:07

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