* 100x ... hundertmal ... 100x *

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Ich sitze dir gegenüber. Dir gegenüber wie hundertmal zuvor. Ich sehe dir in die Augen. Dir in die Augen wie hundertmal zuvor. Ich möchte die Zeit anhalten. Dich halten wie hundertmal zuvor. Aber für dich dreht sich die Uhr einfach weiter. Dreht sich weiter wie hundertmal zuvor. Ich frage mich, was zu denkst. Frage es wie hundertmal zuvor. Ich überlege, was du siehst. Überlege es wie hundertmal zuvor. Dein Blick ist kalt. So kalt wie niemals zuvor. Dabei brauche ich nichts als Wärme. Deine Wärme wie niemals zuvor. Dann fängst du an zu sprechen. Sprichst wie hundertmal zuvor. Sprichst von dir und nicht von uns. Sprichst von Arbeit und Kollegen und allem, wie hundertmal zuvor. Ich höre dir zu. Höre dir zu wie hundertmal zuvor. Dabei möchte ich dich etwas anderes sagen hören. Möchte es wie hundertmal zuvor. Ich antworte dir. Antworte dir wie hundertmal zuvor. Dabei möchte ich dir etwas ganz anderes sagen. Etwas sagen, wie kein Mal zuvor. Und dich sagen hören, was du noch nie gesagt hast. Kein Mal zuvor gesagt hast. Von dir zu mir über uns. Aber du siehst mich nur an. Siehst mich nur an wie hundertmal zuvor. Als könnte es kein erstes Mal mehr geben. Es ist nur wie hundertmal zuvor. Es ist nicht einmal mehr wie früher. Es ist nicht einmal mehr wie es einmal war. Wie es früher hundertmal war. Wie es einmal hundertmal war. Du siehst mich an, aber du siehst mich nicht mehr. Nicht mehr wie hundertmal zuvor. Du siehst keine Frau, die es wert ist, gesehen zu werden. Angesehen zu werden wie beim ersten Mal und hundertmal danach. Du hast vergessen, was du dieser Frau geben wolltest. Hundertmal und unendlich oft. Für immer hast du gesagt. Hundertmal zuvor. Aber du hast nicht gewusst, wie lang der Weg in die Ewigkeit ist, wenn man keinen Schritt mehr vorwärts geht. Du gehst nur wie hundertmal zuvor. Gehst weiter an mir vorbei. Wie hundertmal zuvor. Und keinen Schritt auf mich zu. Du entfernst dich von mir. Wie hundertmal zuvor. Ich laufe dir nach. Wie hundertmal zuvor. Ich hole dich immer wieder zurück, aber ich hole dich nicht mehr ein. Nicht mehr wie hundertmal zuvor. Du bist mir so nah wie hundertmal zuvor, aber ich vermisse dich wie nie zuvor. Deine Gedanken beschäftigen sich nicht mehr mit mir. Sie sind zu viele, um nur mir zu gelten. Dein Körper sehnt sich nicht mehr nach meinem. Er ist zu müde, um sich bei mir zu erholen. Ich warte auf dich. Wie hundertmal zuvor. Ich warte auf dich und deine Liebe. Warte darauf, sie wieder zu verdienen. Sie zu verdienen wie hundertmal zuvor. Aber ich bin nicht mehr gut genug. Nicht mehr gut genug, sie zu spüren. Wie hundertmal zuvor. Vielleicht hundertmal und nie wieder. Ich habe mich auf dich verlassen. Hundertmal und mehr. Mich darauf verlassen, du würdest mich immer lieben. Aber es war hundertmal und kein Mal mehr. Für immer hat es nicht gereicht. Und jetzt sitze ich dir wieder gegenüber. Dir gegenüber wie hundertmal zuvor. Sehe dir in die Augen, aber mein Blick senkt sich, weil du mich nicht mehr siehst. Schaue zur Uhr, aber will sie nicht mehr anhalten, weil keine Minute mit dir mehr glücklich ist. Will dich nicht mehr sprechen hören, weil keines deiner Worte wahr ist. Will deine Liebe nicht mehr, weil es keine mehr ist. Auch hundertfach nicht einmal mehr. Nicht einmal mehr.

 

 geschrieben am

07. Dez. 2010

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21.5.11 17:57

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kadse / Website (14.9.11 15:31)
schön, dass du schreibst... <3
deine "socke"


mina / Website (20.3.12 23:38)
lange komme ich her, immer wieder hoffend auf neues. nicht hundert, nein tausend mal habe ich das gedicht gelesen. doch noch nie traf es so zu wie in diesem moment. dafür möchte ich dir danken.
ich hoffe, du bist noch irgendwo da draußen.
alles liebe, mina

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